Titel Lesebarometer 2017/18
Bei uns läuft was!

Erzählzeit und Märchennachmittag 2005

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Glotzen können auch die Kühe…

... aber lesen können sie nicht. Das unterscheidet uns von den Vierbeinern. Diese provokative äusserung stammt vom bekannten Autor Werner J. Egli. Er führte in der Bibliothek Buchrain durch einen interessanten Nachmittag.

Erzählkunst hautnah

Die Jugendlichen, die am 25. Januar den Weg in die Bibliothek fanden, erlebten Werner J. Eglis grosse Erzählkunst hautnah. Virtuos beschrieb Egli den Umgang mit seiner ersten Schreibmaschine, bei der auch einmal die Finger zwischen den Tasten stecken blieben. Oder er schilderte mit theatralischen Gesten und viel Witz seine erste Kanada-Reise mit seiner Jugendfreundin Paula. Auf dieser Reise musste er Frösche beerdigen und einen Wolf adoptieren. Im Egli-Klassiker „Heul doch den Mond an“ sind seine und Paulas Erlebnisse beschrieben. Die autobiografische Story ist bereits seit 25 Jahren auf dem Markt.

Lust zum Lesen

Werner J. Egli will bei Jugendlichen das Interesse an Büchern und die Lust zum Lesen wecken. Er versteht es grossartig, die jungen Zuhörer in seinen Bann zu ziehen.

Gespannt verfolgten sie die Geschichte vom „Letzten Kampf des Tigers“. In einem Wald in der Taiga, vergleichbar mit einem Gebiet, das von Buchrain bis ans Mittelmeer reicht, leben gerade noch 450 Tiger. Einer von ihnen hat Juris Vater getötet. Egli gelingt es, den überlebenskampf der Tiger in Sibirien mit einer spannenden Geschichte zu verbinden. Denn Juri ist entschlossen, sich am Tiger zu rächen.

Bücher müssen spannend sein

„Was braucht es, damit ein Buch bei den Lesern ankommt?“ wollte Egli wissen. „Spannung!" war die Antwort der Jugendlichen. „Spannung bedeutet aber für alle etwas anderes,“ gab Egli zu bedenken. „Für die einen ist es ein Abenteuer. Und in der Geschichte „Aus den Augen, voll im Sinn“. ist es die Liebe.“ Vor allem die Seiten 148 und 149 haben es einem jungen Leser angetan. Er habe sie 5 Mal gelesen, teilte er Egli in einem Email mit.

Phantasie und Realität

Was braucht es, um Bücher schreiben zu können? Diese Frage interessierte die Jugendlichen. „Geduld, Ausdauer, Talent und vor allem Phantasie und Vorstellungskraft,“ war Eglis Antwort. „Mit der Phantasie erreicht man das Herz der Leser.“ Für Werner J. Egli ist nichts phantastischer als die Realität. Das hat er an diesem Nachmittag eindrücklich demonstriert.

Persönliches Autogramm

Nach mehr als 2 Stunden verabschiedeten sich die Jugendlichen von Werner J. Egli, ausgerüstet mit einem persönlichen Autogramm. Eine grosse Begeisterung war spürbar. Mit der Erinnerung an ein tolles Erlebnis machten sie sich auf den Heimweg. Sie würden wieder kommen, äusserten sich einige spontan.