Weltbuchtag in Bueri

Literarische Perlen in der Bibliothek

Seit zehn Jahren gibt es den "UNESCO Welttag des Buches", der immer am 23. April, dem Todestag von Shakespeare und Cervantes, gefeiert wird. Er soll auf die fundamentale Rolle des Buches im Informationszeitalter hinweisen und ein Fest des Lesens sein. Am diesjährigen Weltbuchtag haben in der ganzen Schweiz Lesungen stattgefunden.

Am diesjährigen Weltbuchtag war auch die Bibliothek Buchrain Zentrum neugierigen Lesens. Vier Persönlichkeiten aus unserer Gemeinde zeigten rund dreissig Interessierten die Vielfalt der Bücherwelt.

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Alfred Heuberger versichert uns, er habe schon viele „Perlen“ in unserer Bibliothek gefunden, darunter auch das Buch „Lob der Schwachheit“ von Alexandre Jollien. In Form eines fiktiven Dialogs mit Sokrates erzählt der seit Geburt Behinderte Alexandre Jollien seine beeindruckende Lebensgeschichte, die zugleich eine Auseinandersetzung mit grundlegenden Fragen des Menschseins ist. Seiner Kraft, Lebensbejahung und Wärme kann man sich nicht entziehen.

Alfred Heubergers Textauswahl aus „Lob der Schwachheit“ lädt uns ein, den Blick auf die Normalität zu überdenken und zu verändern.

Nach einer kurzen Pause mit Kaffee und feinen Gipfeli lässt Elisabeth Schubiger das mittelalterliche Trier aufleben und mit ihm auch die Stellung der Frau in jener Zeit. Jede Epoche bringt starke Frauen hervor, ob sie verfolgt werden oder nicht.

„Die Safranhändlerin“ von Helga Glaesener erzählt die Geschichte der jungen und schönen Marcella Bonifaz. Sie handelt mit Farben, Salben und Parfüm. Ihre grosse Chance kommt, als man ihr toskanischen Safran zu einem sensationellen Preis anbietet. Doch der Handelszug mit der kostbaren Ware wird überfallen.

Trix Dettling ist eine köstliche Auswahl pointierter Anreden aus Moritz Leuenbergers Buch „Die Rose und der Stein“ gelungen, welche die Zuhörer immer wieder schmunzeln liessen. In seinen neuen Reden und Texten thematisiert Moritz Leuenberger das Spannungsfeld zwischen tagespolitischen Realitäten und den Grundfragen unserer Kultur und Zivilisation. Er thematisiert sie aus seinen konkreten Erfahrungen heraus, und er tut es humorvoll und gescheit, lebendig und elegant.

Die Textpassagen machen deutlich wie wichtig ihm das Recht auf eigene Meinung, die Pflicht auch andern ihre eigene Meinung zuzugestehen und der Glaube an das demokratische Gespräch sind.

„Subtile Jagden“ von Ernst Jünger ist ein Buch, das Peter Herger schon längere Zeit begleitet. „Die Ausrüstung war vorerst bescheiden – Netz, Nadeln, Fangflasche und ein Kasten, dessen Boden mit Torf gefüttert und mit Glanzpapier bezogen war. Damit beginnen alle Entomologen, die meisten in früher Jugend - subtile Jäger, die den Käfern nachstellen“.

Das Insektensammeln sei eine Leidenschaft, eine Sucht, verriet uns Peter Herger. Die Freude, die der Insektenforscher bei der Entdeckung einer bisher unbekannten Art empfinde, sei so gross wie der Stolz eines Astronomen beim Anblick eines von ihm entdeckten Kometen.

Bei einer erfrischenden Erdbeerbowle liess es sich angeregt diskutieren und den interessanten und gemütlichen Morgen Revue passieren.

Vreni Bürkli